Infos zu Schmuck-Edelmetalle

Echtschmuck wird aus verschiedenen Materialien hergestellt. Wichtigste Grundmaterialien sind Edelmetalle. Als Edelmetalle bezeichnet man Metalle, die auch bei höheren Temperaturen keiner Verbindung mit Sauerstoff eingehen, d.h. nicht oxidieren, nicht rosten und nicht anlaufen. Diese Eigenschaften haben Gold, Platin, Silber und die für die Schmuckherstellung weniger wichtigen Platinnebenmetalle Rhodium und Palladium.

Gold
Gold ist das dehnbarste Edelmetall. Es kann bis zu einer Blättchenstärke von 0,0001 mm gewalzt werden. Aus einem Gramm Feingold läßt sich ein Draht von 2 km Länge ziehen. Diese Dehnbarkeit macht Gold aber auch für den Gebrauch zu weich. Deshalb wird Gold vor der Weiterverarbeitung legiert, das heißt mit härteren Metallen vermischt.
Der Stempel in einem Schmuckstück gibt an, wieviel Feingoldanteile es enthält (Immer auf 1000 Anteile bezogen). Für die Schmuckherstellung wird Gold meist in den Legierungen 750/000, 585/000 und 333/000 verwendet 585/000 bedeutet zum Beispiel, daß das Gold aus 585 Teilen Feingold und aus 415 Teilen Metall-Legierung wie z.B. Silber und Messing besteht.

Silber
Wie Gold ist auch Silber ein sehr weiches und dehnbares Edelmetall. Es muß deshalb vor der Verarbeitung legiert werden (hauptsächlich mit Kupfer).
Silberlegierungen: 800/000, 835/000, 925/000 (Sterlingsilber, nach der engl. Münze). Feinsilber ist außerordentlich weich, man kann es mit einem Messer ritzen. Silber hat von allen Edelmetallen die beste Leitfähigkeit für Elektrizität und Wärme.
Silber hat eine bakterientötende Wirkung. Deshalb wird es häufig als Besteck verwendet. Von Soldaten aus dem ersten Weltkrieg wird berichtet, dass sie mit Silbermünzen Wasser keimfrei und trinkbar machten.
Silber läuft an, d.h. es reagiert mit dem Schwefelgehalt in der Luft. Mit speziellen Silberputztüchern läßt sich die dunkle Oberflächenschicht entfernen. Außerdem werden für Bestecke Schatullen angeboten, die mit einem Spezialgewebe ausgerüstet sind; dadurch wird das Anlaufen der Silberbestecke bei geschlossener Schatulle verhindert.

Platin
Das schwerste, seltenste, reinste und härteste Edelmetall ist Platin. Wobei seine Vorzüge aber zunächst verkannt wurden. Durch seinen außerordentlich hohen Schmelzpunkt (1773 Grad Celsius) lernten Juweliere erst vor 200 Jahren mit Platin umzugehen.
Platin zeichnet sich vor allem durch seine Widerstandsfähigkeit aus. Aufgrund seiner hohen Materialdichte und Zähigkeit ist es so gut wie verschleißfest, andererseits aber sehr dehnbar, so läßt sich 1 Gramm Platin mühelos zu einem 2000 m langen Draht ziehen.
Platin hat eine geringe Wärmeleitfähigkeit, es verformt oder verzieht sich deshalb auch bei starken Temperaturschwankungen nicht. Platinschmuck kann z.B. auch ohne sich zu erwärmen in einer Sauna getragen werden.
Platin ist gegen Chemikalien resistent und sogar aggressive Säuren und Laugen können dem Metall nichts anhaben. Ausnahme: Königswasser ab einer Temperatur von etwa 70 Grad Celsius.
Platin wird nur in höchster Reinheit zu Schmuck verarbeitet (PT 950). Mehr als 5% Zusatzmetalle (größtenteils Kupfer und besonders bei Trauringen Cobalt, aber auch Palladium) sind bei einer Platinlegierung nicht nötig. Durch diese Reinheit hat Platin den Vorteil der optimalen Hautverträglichkeit. Allergien sind nicht zu befürchten. Durch die hohe Materialfestigkeit eignet sich Platin gut zum Fassen edler Steine (kein Nachgeben der Krappen bei Ringfassungen). Der matte Glanz von Platin unterstützt zudem die Leuchtkraft von Edelsteinen.